Geschichte
Split: warum fassen alle diesen Zeh an?
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Der blank polierte große Zeh von Ivan Meštrovićs Statue des Gregor von Nin in Split.
Ein Bischof, ein Bildhauer und ein kleines Ritual am Goldenen Tor: die Geschichte hinter dem Fuß des Gregor von Nin.
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Neben Splits Goldenem Tor steht ein mächtiger Bischof aus Bronze. Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt jedoch ein kleines Detail: sein großer Zeh. Ihn zu berühren soll Glück bringen, so der Brauch. Ob du daran glaubst oder das Ritual einfach sympathisch findest: Es ist eine erstaunlich persönliche Begegnung mit einem ausgesprochen monumentalen Kunstwerk.
Die Figur zeigt Gregor von Nin, auf Kroatisch Grgur Ninski. Geschaffen hat sie Ivan Meštrović. Geh nicht gleich zum Fuß, sondern tritt zunächst zurück und betrachte die ganze Gestalt. Vergleiche ihre Größe mit der kleinen Bewegung, mit der Menschen ihr begegnen. Dieser Gegensatz macht die Szene interessant, auch ohne ein eigenes Wunschprogramm.
Zwischen Bischof und Bronze liegen Jahrhunderte
Gregor war in der ersten Hälfte des zehnten Jahrhunderts Bischof von Nin. Die Skulptur erzählt ein späteres Kapitel: Meštrović schenkte sie Split 1929. Diese beiden Daten sollte man auseinanderhalten. Vor dir steht die Darstellung einer mittelalterlichen Person durch einen Künstler des zwanzigsten Jahrhunderts, kein Gegenstand aus Gregors eigener Lebenszeit.
Ursprünglich stand das Denkmal auf dem Peristyl innerhalb des Diokletianpalastes. Seine heutige Position am Goldenen Tor liefert deshalb eine kleine Spazieridee: Betrachte die Figur, gehe durch das Tor in den Palast und weiter zum Peristyl. Stell dir dort vor, wie anders der Platz mit genau dieser großen Gestalt wirken würde.
Ein Wunsch gehört zum Brauch
Du brauchst keine komplizierte Abfolge und keinen besonders formulierten Wunsch. Der bekannte Brauch ist schlicht, den Zeh für Glück zu berühren. Lass anderen Platz und beachte Absperrungen oder Hinweise vor Ort. Der übrige Teil der Skulptur gehört nicht zum Kletterprogramm.
Für ein Foto kannst du zuerst einen Menschen und die ganze Figur aufnehmen, danach erst das kleine Detail. So bleibt das Größenverhältnis sichtbar, das eine Nahaufnahme vom Fuß allein nicht zeigt. Du kannst die Berührung auch auslassen und beobachten, wie ein öffentliches Kunstwerk in die Bewegungen seiner Besucher eingebunden wird.
Dem Bildhauer weiter folgen
Wenn dich die Skulptur neugierig macht, bietet Meštrovićs Denkmal für Marko Marulić am Obstplatz eine weitere Verbindung innerhalb der Altstadt. Die Meštrović-Galerie ist ein eigener Ausflug; prüfe ihre aktuellen Besuchsbedingungen, bevor du sie einplanst.
Weitere Wege findest du auf unseren Seiten zu Split und zum Diokletianpalast. Für die Nachricht mit deinem Foto hast du bereits eine Frage: Warum interessieren sich alle ausgerechnet für diesen Zeh?
Das Ritual genießen, ohne eine Schlange zu bilden
Der Zeh ist eine kleine Geste an einem großen öffentlichen Kunstwerk. Wenn andere Besucher warten, fotografieren Sie aus respektvollem Abstand und lassen auch ihnen ihren Moment. Betrachten Sie danach noch einmal die ganze Figur, bevor Sie durch das Tor gehen. Dieser Wechsel vom Detail zurück zum Ort bleibt leichter in Erinnerung als eine Nahaufnahme allein.
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