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Reiseführer

Pula unter der Stadt: ein Nachmittag in der Zerostrasse

Die Tunnel werden zum Hauptziel; danach bleibt Zeit für eine Pause.

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Ein Besuch als Mittelpunkt

Wenn euch die nächste Besichtigung in der Sonne zu viel wird, beginnt mit der Zerostrasse: unterirdischen Gängen nahe dem Doppeltor. Prüft vorher die aktuellen Besuchsbedingungen und den Umfang der Eintrittskarte. Verlasst euch bei Eingängen oder verbundenen Sehenswürdigkeiten nicht auf einen alten Screenshot mit Öffnungszeiten.

Gebt Carrarina 3a als Ausgangspunkt ein. Das Doppeltor ist eine gute Orientierungshilfe: Seine beiden römischen Bögen stammen aus dem zweiten bis dritten Jahrhundert. Haltet hier kurz inne und unterscheidet das antike Tor von den wesentlich jüngeren Tunneln. Für den ersten Teil dieses Besuchs sucht ihr den Eingang am Fuß des Kaštel-Hügels.

Warum diese Gänge entstanden

Die Zerostrasse gehört zur Marinegeschichte Pulas. Vor und während des Ersten Weltkriegs ließen die österreichisch-ungarischen Behörden unter den Stadthügeln Tunnel anlegen, die Menschen schützen, Munition aufnehmen und unterirdische Verbindungen schaffen sollten. Pula war damals der wichtigste Kriegshafen der Monarchie. Mit diesem Hintergrund erzählen die Gänge von der Organisation einer Hafenstadt im Krieg und bieten mehr als eine Pause von der Sonne.

Der Tourismusverband bezeichnet den Besuchertunnel als Nummer 12 und nennt eine Länge von rund 400 Metern sowie eine zentrale Halle. Die Gänge sind drei bis sechs Meter breit und ungefähr zweieinhalb Meter hoch. Schaut am gemeinsamen Mittelpunkt in die verschiedenen Richtungen: Entscheidend ist das verzweigte System, nicht nur ein einzelner Raum als Fotomotiv.

Unterwegs genauer hinsehen

Nehmt euch eine kleine Aufgabe vor: Achtet auf das Echo der Schritte, die Bauweise oder das wechselnde Licht. Fotografiert, ohne den Durchgang zu blockieren. Wer empfindlich auf Temperaturwechsel reagiert, nimmt eine leichte zusätzliche Schicht mit. Lasst auch einmal die Person führen, die sonst nie den Weg bestimmt.

Das Museum beschreibt vier Eingänge, deren Anordnung die Luft zirkulieren lässt, und Temperaturen von etwa 14-18°C. In den Tunneln gibt es keine Toiletten; Besuchertoiletten befinden sich in der Festung. Fotografieren ist laut Betreiber ohne Blitz und Stativ erlaubt. Diese Einzelheiten lassen sich vorab klären, damit ihr euch anschließend auf die Gänge konzentrieren könnt.

Von den unteren Tunneln zum Kaštel

Die unteren Zerostrasse-Gänge und das Zwischengeschoss unter der Festung sind unterschiedliche Ebenen. Der Betreiber beschreibt eine Aufzugverbindung zwischen ihnen und weiter hinauf zum Kaštel. Das Zwischengeschoss besitzt zwei L-förmig angeordnete Gänge mit früheren Lagerräumen, Küchen und Gefängniszellen. Falls ihr für euren Besuch auf den Aufzug angewiesen seid, klärt seine Verfügbarkeit am Eingang.

Wählt die obere Festung, wenn ihr die Militärgeschichte weiterverfolgen möchtet. Kaštel ist eine venezianische Befestigung mit vier Bastionen, erbaut 1630 und heute Sitz des Historischen und Maritimen Museums Istriens. Damit wechselt der Blick vom Schutzraum unter der Erde zur Verteidigung von Stadt und Hafen.

Danach bleibt die Wahl

Wieder draußen entscheidet ihr zunächst zwischen Essen und einem weiteren kurzen Spaziergang. Arena, Strand und Bootsausflug müssen nicht alle in den restlichen Nachmittag passen. Interessiert euch ein weiterer Museumsbereich, fragt das Personal nach den aktuellen Möglichkeiten. Ein bewusst gewählter zweiter Besuch bringt mehr als hektisches Weiterziehen zum nächsten Punkt.

Für eine andere Fortsetzung bietet sich das Forum als nächster Halt unter freiem Himmel an. Es liegt am westlichen Fuß des zentralen Hügels, nahe am Meer. Auf diesem früheren Mittelpunkt des öffentlichen Lebens und Handels ist der Augustustempel erhalten. Schon die Betrachtung von außen ergänzt den Nachmittag um ein römisches Kapitel, ohne einen weiteren Innenbesuch vorauszusetzen.

Am richtigen Ausgangspunkt ankommen

Unterscheidet bei der Busfahrt zwischen Giardini-centar 2, Arena P&R und Pula-centar P&R: Pulapromet führt sie als getrennte Haltestellen verschiedener Linien. Prüft, welche eure Verbindung nutzt, und speichert Carrarina 3a für den letzten Fußweg. Das Fort Centre hat keinen eigenen Parkplatz; plant bei der Anreise mit dem Auto deshalb einen öffentlichen Parkplatz getrennt vom Museumseingang ein.

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